Weserradtour von Hann. Münden bis Minden, 30.03. - 03.04.2015

Es hätte so schön sein können ...

Jedes Jahr kurz vor Ostern zieht es die Ev. Jugend Dötlingen nach draußen. Mit dem Fahrrad geht es auf 5tägige Expedition in die nähere Umgebung. Dass es dabei auch mal nass und kalt zugehen kann, wissen alle Beteiligten. Doch in diesem Jahr kam es besonders heftig für die vier Mädchen und 7 Jungen, die mit Jugenddiakon Jochen Wecker und seiner Frau Andrea den Weserradweg in Angriff nahmen.

Am Montag der Karwoche fuhr die Gruppe per Zug nach Hann.Münden. Hier beginnt die Weser im Zusammenfluss von Fulda und Werra, hier beginnt der Weserradweg. Doch am ersten Nachmittag ging es erst einmal auf Stadterkundung. Die Gruppenleitung hatte Regenkleidung verordnet, aber Einzelne hielten dies für übertrieben und machten erste Erfahrungen mit klitschnassen Jeans.

Zum Regen gesellten sich Sturm und Hagel und der Wetterbericht sagte umfallende Bäume voraus.

Die erste Etappe bis Höxter mussten wir entsprechend per Bahn angehen. Nass wurden wir trotzdem, sowohl vom Regen als auch im Schwimmbad, dass wir in der gewonnenen Zeit besuchten. Abends erfuhren wir beim Aufstieg zur Jugendherberge Höxter, warum das Wort "Weserbergland" das Wort "Berg" beinhaltet.

Während wir drinnen ein Krimirollenspiel gestalteten, stürzte draußen im Sturm ein Baum auf den Fahrradunterstand, zum Glück ohne Folgen für uns.

Am Mittwoch konnten wir endlich richtig losradeln. Aber es ging langsam voran gegen den scharfen Gegenwind. Nach kurzer Fahrstrecke mussten wir stoppen, um Regenschutz anzulegen. Den ganzen Tag begleiteten uns Regen- und Hagelschauer. Von den Schönheiten entlang des Weges sahen wir auf diese Art nur so viel, dass wir dachten: Es hätte so schön sein können! Über die Münchhausenstadt Bodenwerder ging es nach Hameln.

Da die Weser inzwischen deutlich über ihre Ufer getreten war mussten wir den Weserradweg immer wieder verlassen und auf Hauptstraßen ausweichen, die keinen Radweg hatten und zum Teil sehr hügelig waren. Für uns war dies natürlich sehr kraft- und nervenaufreibend.

Dazu kam, dass unsere Jugendlichen regelmäßig von Autofahrern beschimpft wurden, weil sie nicht auf dem (gesperrten und überfluteten) Radweg fuhren. Als uns dann auch noch ein Café die Toilette verweigerte, nach dem wir dort gesessen und Kakao getrunken hatten, wollten wir nur noch schnell in Hameln ankommen.

Nach 9½ Stunden hatten wir die "nur" 70 Kilometer dieses Tages erledigt. In der Jugendherberge hatten sich alle ganz schnell in einem der Schlafzimmer zur "Gute-Nacht-Geschichte" eingefunden und um 23 Uhr war Ruhe.

Erneut ca. 70 Kilometer sind es entlang der Weser von Hameln bis Porta Westfalica, unserem letzten Zwischenziel auf der Fahrt nach Minden. Das Wetter war wie gehabt, die Weser hatte ihr Bett erneut erweitert und die Regensachen wurden gleich angelegt. Doch der Vortag hatte mehr Kraft gefordert als wir erwartet hatten. Nach etwa 2 Stunden und geschafften 10 Kilometern kamen wir nass, frierend und demotiviert in Hessisch Oldendorf an.

Als verantwortlicher Leiter der Fahrt versuchte Wecker, ein Taxi- oder Busunternehmen zu finden, dass die Gruppe einsammelt und zur nächsten Jugendherberge bringt. Jedoch sah sich niemand in der Lage, diese Fahrt zu übernehmen. Die Bahn nimmt eine Gruppe mit 13 Fahrrädern auf Nebenstrecken auch nicht mit. Es blieb nur ein Ausweg: Zähne zusammen beißen und durch.

In einer Aufwärmpause erhielten wir zum Glück den Tipp, dass es eine Abkürzung gibt: Zwar über die Berge und oft ohne Radweg, aber 20 km kürzer. So ging es in Rinteln ab vom meist überfluteten Radweg. Gespräche gab es kaum noch, alle hatten mit Wind, Wetter und den schwindenden Kraftreserven genug zu tun.

Leben kam erst wieder in die Gruppe, als es sich zum Abend hin aufhellte und die letzten Kilometer windgeschützt bergab ging. Die Jugendherberge Porta Westfalica erschien uns als der schönste Ort der Welt! Es wurde wieder gelacht und getobt, dazu gab es auch noch Schnitzel mit Pommes. Der Abend wurde fröhlich. Alle hatten es geschafft.

Der Karfreitag sollte uns nur noch ein kurzes Reststück der Tour bringen, bis zum Bahnhof in Minden waren es knappe 15 km. Der Wind hatte aufgegeben, er hat uns nicht besiegen können. Auch der Regen gab endlich Ruhe. Die Mitfahrer, die das erste Mal dabei waren, erlebten wenigstens einmal, wie schön das Fahrradfahren in Gemeinschaft sein kann.

Von Minden ging es per Zug nach Wildeshausen, wo nach einem Eis ein letztes Mal aufgesattelt und nach Dötlingen geradelt wurde. Insgesamt waren es in diesem Jahr "nur" etwas mehr als 150 km. Zum Abschied sagten fast alle: "Ich bin nächstes Jahr wieder dabei!" Scheinbar hat es also nicht nur mir trotz aller Widerigkeiten gut gefallen. Es war ja auch eine tolle Gruppe, sonst hätten wir diese Herausforderungen nicht gemeinsam schaffen können.

Tel.-Nrn. der Ev. Jugend:

JHD 04433/939732

JHN 04432/912639

Büro 04433/218409

 

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2014 Kirchenbüro Dötlingen | Schulweg 1b | 27801 Neerstedt | 04432 912672 | kirchenbuero.doetlingen@No Spamkirche-oldenburg.de